Beitrag 09:44 – 12. June 2009 bearbeitet von IRATA
Hier nun die Reihe der Computer
Ich fang mal mit dem "Kleinen" an, dem ATARI 130XE
Da ich denke, daß die Modifikationen interessanter sind, als das äußere Erscheinungsbild, zeigen die Bilder auch dies.
Hier erst einmal das komplette (verbastelte) funktionstüchtige Innenleben

Hier etwas detailiert, wie die zusätzlichen 32bit realisiert wurden. Jeder dieser huckepack gesetzten Chips kann je 2 x 8 Bit, was pro Chip 16 Bit macht. Die ersten zusätzlichen 8 Bit wurden für einen echten Parallelport genutzt, da der ATARI, genau wie der C64, eher über eine serielle Schnittstelle für die Zusatzgeräte verfügt und ein richtiger Drucker nur über ein teures Interface angeschlossen werden konnte.

Die restlichen 24 Bit wurden für diesen integrierten EPROM-Brenner benutzt. Mit 2 der zusätzlichen ICs wurden die benötigten Signale erzeugt und die entsprechenden CS-Leitungen angesteuert. Der dritte IC war nötig, um die höher organisierten Speicherchips korrekt verwalten zu können.

Eine Datasette habe ich auch noch, aber noch nicht ausgepackt und ist auch nicht wirklich erwähnenswert, da die Ladegeschwindigkeit grauenhaft war. Da war der C64 im Vergleich eine Rakete. Dies begründet sich aus der Tatsache, daß der ATARI ursprünglich nicht für den Betrieb mit einer Datasette gedacht war und diese Option noch nachträglich und recht stiefmütterlich integriert wurde. Der Grund dafür war der hohe Preis der Floppylaufwerke und der Medien. Selbst später, als es Turbomodule aus dritter Hand gab, war der C64 noch etwas schneller.
Anders mit dem Floppy, bei dessen Benutzung man auf lästiges Eintippen von sinnlosem, falschem Englisch verzichten konnte. War es angeschlossen, "merkte" es der ATARI und war eine Diskette eingelegt, wurde auch darauf zugegriffen. Je nach Bootloader entweder bleich ein Programm oder Spiel gestartet, oder eben ein Auswahlmenü. Dies funktionierte tadellos dank eines vorhandenen DOS. Später stolperte ich über eine kuriose Feststellung. Als ich meine ersten Kontakte zu einem PC (386er) hatte und nicht so recht wußte, was dieser blinkende Cursor eigentlich von mir wollte, versuchte ich ein paar Befehle, wie sie im DOS meines ATARI üblich waren und siehe da, der tat was ich wollte. Der einzige Unterschied, die ATARI-DOS-Befehle waren generell nur 3 Buchstaben lang – im Vergleich z.B. Der Befehl zum Kopieren:
PC-DOS = copy – ATARI-DOS = cop / Umbenennen PC-DOS = rename oder ren – ATARI-DOS = ren usw.
Dieses Floppy war schon ohne nachgerüstete Speedy wahnsinnig schnell, aber mit der Speedy wurde dies noch um ein vielfaches gesteigert. Je nach Größe des Programms dauerte das Laden etwa 1 bis wenige Sekunden. Ich habe ein Demo, was ca. eine 1/4Stunde läuft und die Daten komprimiert auf einer Diskette liegen. Das Laden der Datei ist erhebllich schneller als das Entpacken. Das geniale an dieser Speedy ist die fast 100%ige Kompatibilität. Nutzt man das zusätzliche, eigene Format, steigt die Geschwindigkeit noch einmal etwas an, aber es laufen dann nicht mehr alle Sachen zuverlässig.

Obwohl ich sehr ATARI-Lasig bin, habe ich auch Produkte anderer Hersteller im Repertoire. Dieser Monitor kam allerdings hauptsächlich in der Küche als Videomonitor zum Eisatz und leistete einen sehr guten Job. Die Bilder vom AMIGA500 kommen später, sobald ich ihn mal ausgepackt habe.

Da wahrscheinlich jeder weiß, wie die Tastaturcomputer von ATARI und Commodore aussehen, beschränke ich mich hier auch wieder auf die Modifikationen. Ich fange mal mit dem alten 1040ST an. Dieser wurde mit 4MB aufgerüstet und bekam zusätzlich eine Platine, die eine IDE-Schnittstelle (ATARI selbst unterstützte ja nur den Einsatz von SCSI-Geräten), Steckplätze für das neuere und größere Betriebssystem hatte und einen CPU-Sockel für nachträgliche Erweiterungen. Leider war es bei dieser Modellreihe nicht ganz so einfach, den Speicher zu erweitern, aber was tut man nicht alles für 4 MB – und wenn der Deckel auch noch drauf paßt, siehts ja keiner.

Hier nun der fast gehäusegleiche Nachfolger, der 1040ST/E. Bei diesem war es problemlos möglich, den Speiche auf 4 MB aufzustocken, man mußte nur die SIMM-Module austauschen. Eine Revolution für ATARI, mit Standardbauteilen erweiterbar zu sein. Dies lag vermutlich daran, daß die Entwicklung einer eigenen, inkompatibelen Variante zu teuer geworden wäre…
Auch das Betriebssystem ließ sich problemlos (bis auf eine Boardrevision) austauschen, da schon die passenden 32pol. Sockel eingelötet waren. Es mußten nur zwei Widerstände umgelötet werden, damit die entsprechenden Leiteungen zu den größeren Chips richtig zugeordnet wurden. Der Clou an diesem ATARI war der Floppy-Controller. Im Gegensatz zum Amiga, wo mehrere Chips damit beschäftigt waren, Daten von der Diskette zu holen oder darauf abzulegen, tat dies im ATARI dieser besagte Chip. Wenn man diesem Chip anstatt der Systemeigenen 8MHz am CLK-Eingang 16MHz anbot und die Steprate des Floppy veränderte, wurde ein sauberes 1,44MB-Format erzeugt, welches ebenso wie das 720kb-Format von jedem PC gelesen werden konnte. Somit stand dem Datenaustausch technisch nichts im Wege.

Hier der wohl erste Laptop, den man auch wirklich unterwegs benutzen konnte. Im Gegensatz zur "Konkurrenz", verfügte er auch über alle Schnittstellen, die der Rechner zu Hause auch hat. Daher war er bei Musikern sehr begehrt, da er die wohl beste Midi-Lösung darstellte und wohl auch heute noch keinen Vergleich scheuen muß, was die Qualität der Signale und das Timing angeht.
Leider etwas eigestaubt und noch nicht wieder komplett zusammengesetzt, da einige Modifikationen noch nicht fertig geworden sind – aber der nächste Winter kommt bestimmt.

Hier nun mal eine Variante, die für Erweiterungen auch noch etwas Platz im Gehäuse hat und über eine abgesetzte Tastatur verfügt. Baugröße der Fest- und Wechselplattengehäuse war identisch, sodaß man sie schön übereinander türmen konnte.
Dieser hat im inneren eine 386er PC-Karte, ist auf 16MHz "aufgebohrt", hat ein HD-Floppy eingebaut und noch einen freien Systembus-Steckplatz, der z.B. für eine TrueColor-Grafikkarte, Monochrome Grafikkarte mit hoher Auflösung für Großbildschirme (ca. 1280 * 960 auf 19″) oder eine Netzwerkkarte genutzt werden könnte.

Für diese ATARIs gab es 2 Monitore. Ein RGB-Monitor und ein Monochrome-Monitor mit einer Auflösung von 640*400 (absolut flimmerfrei).
Wer etwas mehr Geld investieren konnte und wollte, der konnte sich einben NEC MultiSync 3DFG kaufen, dieser konnte mit einem passenden Umschalter dann alle Auflösungen darstellen. Als dann VGA durch SVGA ersetzt wurde, konnte man mit einem kleinen Adapter auch fast jeden PC-Monitor anschließen, er mußte eben nur die 71Hz verkraften, die der ATARI ausgab.
links der RGB-Monitor SC1224 und rechts der monochrome SM124, beide in 12″. Die Nachfolger waren dann schon 14″ groß, kamen aber beim Monochrom-Monitor nicht mehr an die Bildqualität des SM124 heran.

Es soll auch nicht verschwiegen werden, daß es Spiele für den ATARI gab, auch wenn er im Vergleich zum Amiga da eher ein Fall für die Tonne war. Die Bezeichnung "Spielcomputer" ist eher eine falsche Assoziation wegen der genialen Vergangenheit ATARIs in Sachen Konsolen und Spielhallenautomaten – bis auf wenige Ausnahem eher zum Vergessen. Es muß aber auch gesagt werden, daß Seitens ATARI nie ein Anspruch in diese Richtung bestand, weswegen der Amiga 500 letztendlich auch ein Produkt der Konkurrenz wurde und nicht von den ATARI-Entwicklern bei ATARI gebaut wurde.
Hier eine kleine Auswahl, leider in mieser Bildqualität. Sollte ich noch mal dazu kommen, mache ich ein neues Bild und tausche es aus, sofern ich noch etwas verändern kann.
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Hier nun das Schlachtschiff der ATARI-Produkte – der ATARI TT030
Im Inneren dieser 32Bit-Maschine werkelt eine 68030 mit 32MHz und wird von einem CoPro 68882 unterstützt. Dieses Modell hat 4MB sogenanntes ST-Ram, was die Kompatibilität zu den Vorgängern garantiert und 16MB TT-Ram auch FastRam genannt, welcher direkt von der CPU genutzt wird. Der maximale Speicherausbau liegt bei 12MB ST-Ram (4MB onBoard + 8MB Erweiterungsplatine) und 256MB TT-Ram. Die TT-Ram-Karte mit diesem Speicherausbau war nicht von ATARI und nutzte PS2-Module. Dieser ATARI verfügte neben allen normalen ST-Schnittstellen (Rom-Port, Midi, Parallel, Seriell, externe Festplatte (ACSI – eigene ATARI-SCSI-Variante), externes Floppy, Monitor, Netzstecker) über 3 zusätzliche serielle Anschlüsse, einen echten SCSI-Anschluß (innen wie außen), einen Netzwerkanschluß(ähnlich Apple-Talk), einen VGA-Anschluß und einen VME-Slot für Erweuiterungskarten. Ein HD-Floppy war auch schon ab der 2. Serie Standard. Dieser gehört dazu und ich habe ihm eine 4,2 GB SCSI-Platte eingebaut. Warum? – Weil er sie erkennt und benutz, als wäre es das normalste auf der Welt. Ich werde sie wohl nie voll bekommen, aber was solls – wer hat, der hat… Da ich mit ihm meis ernsthafte Dinge tue, hat er einen 19″ EIZO Monitor zum vernünftig arbeiten. Man muß nicht viel scrollen und hat selbst auf kompletten A4-Seiten einen super Überblick. Die Umschaltbox unter dem Monitor dient zum wechseln der Signalart. Der ATARI gibt einmal ein normales, analoges VGA-Signal aus um 5 seiner Auflösungen darzustellen. Für die hohe Auflösung nutzt der TT030 digitale Signale (ECL). Der Eizo kann diese dann problemlos darstellen, da er beide Signalvarianten beherrscht.
Wie bei vielen Dingen war ATARI der Vorreiter, wenn es darum ging, neue Technologien auch dem Heimanwender zur Verfügung zu stellen. So auch bei den Laser-Druckern, wo dieser sich mit 6 Seiten/min und 600 dpi auch heute nicht verstecken muß. Im Gegensatz zu anderen Produkten, wo es meist am fehlenden Druckerspeicher scheiterte, ein vernünftiges Bilsd zu Papier zu bringen, ging man bei ATARI wieder mal einen anderen, eigenen Weg. Der Drucker wurde mit dem abgebildeten Adapter am Festplattenanschluß (ACSI) betrieben und nutzte als Druckerspeicher einfach das restliche freie Ram. Dank der kleinen Programmgrößen gab es davon meist noch ausreichend. Wenn ich meinen nicht voll ausgebauten TT mit 20MB nehme, dann waren da mindestens noch 16MB frei und das war eine unvorstellbare Menge an Druckerspeicher zu dieser Zeit. 
Die Drucker hab ich nicht rausgekramt, da ich 2 davon habe und jeweils eine andere Seite sichtbar war.

Hier mal ein paar Beispiele, was es so an ernsthafter Software für den ATARI gab


Hier nun noch ein Gerät, welches ich direkt am ATARI hatte. Mit ihm sind diverse technische Zeichnungen entstanden und mit einem modifizierten Stift (Mine und Einsatz wurden gegen die eines säurefesten Edding ausgetauscht) wurden Leiterplatten gezeichnet, die danach direkt ins Ätzbad konnten.
Es ist ein 8-Stift-Farbplotter – das Beste, was man wohl nach Roland für Geld kaufen konnte. Auf jeden Fall ein SUPER Support durch den Hersteller. Vor ca. 3 Jahren schickten die mir auf Anfrage KOSTENLOS!!! ein Firmwareupgrade zu. Hierzulande kann man sowas meist nicht einmal mehr als Datei runterladen, geschweige denn – kostenlos.

Das soll es vorerst einmal gewesen sein.
Viel Spaß