PS3-Review: Uncharted 2: Among Thieves | Drake startet durch
Uncharted: Drakes Schicksal war ein Hit und ein absolutes Verkaufsargument für die Playstation 3 – kein Wunder, dass es dieser Titel in ein Starterpaket zusammen mit einer Playstation 3 geschafft hat. Nachdem Drakes Schicksal viele Erfolge und massig Awards eingeheimst hatte, waren die Erwartungen der Fans natürlich entsprechend hoch für den zweiten Teil. Es wunderte also nicht weiter, dass der Entwickler Naughty Dog diese Erwartungen mit Kommentaren wie “Uncharted nutzte das Potential der PS3 nur zu 30 % aus und Uncharted 2 peilt nun 100 % an” weiter anheizte. Fraglich ist nur, ob Uncharted 2 diesen Erwartungen auch gerecht werden kann. Vieles rund um den neuen Teil ist ja bereits im Vorfeld verraten worden: Saubermann Drake macht einen Imagewechsel durch, Spiel und Film sind weiter miteinander verschmolzen und es werden mehr Objekte den je im Spiel vorhanden sein. Ob und wie Uncharted 2: Among Thieves überzeugen kann, könnt Ihr wie immer in unserem Testbericht nachlesen.
Die Geschichte im zweiten Teil beginnt etwas nach dem Ersten: Drake und die Reporterin haben sich getrennt und der saubere Archäologe, der die Welt vor großem Unheil bewahrt hat, ist gesellschaftlich etwas abgestiegen. Nachdem der archäologische Erfolg nach dem Ende des letzten Spiels ausgeblieben ist, verdient sich Drake seinen Lebensunterhalt durch die Beschaffung von seltenen Gegenständen. Ganz legal sind Drakes Geschäfte nicht immer und teilweise kam er bei seinen “Beschaffungen” auch mit dem Gesetz in Konflikt. Das mag auch der Grund gewesen sein, warum Elena, die Reporterin, das Interesse an Nate verloren haben mag. Bei einem Treffen mit einem alten Freund, bekommt Nate nicht nur einen neuen “Beschaffungsjob”, sondern erfährt auch ein weiteres Mysterium der Geschichte, das mindestens ebenso groß ist, wie seine Suche nach El Dorado. Klar, dass Nate sofort Feuer und Flamme ist. Das mag auch daran liegen, dass er im Zuge dieses Treffens auf seine alte Flamme Chloe Frazier. Die Geschichte, die Drake hört, weckt seine Aufmerksamkeit: 1291 machte sich Marco Polo von Kublai Khans Reich aus auf den Rückweg nach Venedig. Doch von den 14 mit Schätzen aller Art beladenen Schiffen und über 600 Passagieren kam nur ein einziges mit 17 Überlebenden in der italienischen Lagunenstadt an. Stellt sich die Frage nach dem Verbleib der restlichen Schiffe und deren Ladung. Um dies zu klären soll Nate zusammen mit Chloe und seinem alten Kumpel Flynn eine Lampe stehlen, die einen der Hinweise auf den Verbleib der Schiffe darstellt.
Anfang mittendrin – Was geht hier vor!?
Das Spiel beginnt erstaunlicherweise mittendrin – Drake erwacht blutend und möglicherweise angeschossen irgendwo im Himalaya in einem Zugwagon. Während der Spieler noch räzelt, wie zum Teufel Nathan in diese Situation gekommen sein könnte, beginnt der Wagon, der über einer Schlucht hängt abzustürzen. Nur knapp vor dem totalen Absturz fängt sich der Wagon wieder, hängt aber nur noch an der Kupplung zum nächsten Wagen. Nun ist Geschwindgkeit gefragt, um Nate heile wieder auf festen Boden zu bekommen. Diese Passage nutzt das Spiel, um dem Spieler die seit dem letzten Teil etwas erweiterte Klettersteuerung beizubringen. Man hat kaum Zeit die wundervolle Grafik zu genießen, da man instinktiv aus dieser Situation heraus möchte. Gestütz wird dieses Empfinden noch durch abbrechende Rohre, Fallende Gesteinsbrocken, die Nate nur knapp verfehlen und Kamerafahrten, die man sonst nur von absoluten Hollywood-Blockbustern gewohnt ist. Oben angekommen, kann sich Nathan nur knapp davor retten, mit dem Wagon in die Tiefe zu fallen, aber ausruhen ist nicht, denn auch der zweite Wagon setzt sich in Bewegung – Laufen ist angesagt und während der zweite Wagon an einem vorbei rauscht, hechtet man sich mit einem beherzten Sprung auf die rettende Klippe. Puh! Mit solchen Momenten, die mit einer Mischung aus Scripten und Geschwindigkeit immer wieder mit dem Herz des Spielers spielen, hält Uncharted 2 die Käufer bei Laune und Spannung.
Endlich schaltet das Spiel einen Gang herunter und man kann die herrliche Grafik bestaunen. Die erweiterte Grafikengine hat seit dem letzten Teil der Saga einen heftigen Sprung nach vorne gemacht, Während sich die Entwickler für den ersten Teil die perfekte Reproduktion von Wasser und dessen Verhalten auf die Fahne geschrieben haben, haben sie sich für den zweiten Teil auf die Nachahmung von Schnee und Eis konzentriert. Kein Wunder also, dass der zweite Teil auf dem Himalaya beginnt. Als Nate sich in Bewegung setzt, aus dem Schlamassel herauszukommen, fallen sofort die Spuren auf, die er im Schnee hinterlässt. Da der Schnee auf der Klippe gut 20 Zentimeter tief ist, verdrängt der Protagonist mit jedem Schritt eine Menge Schnee, die sich effektvoll zu kleinen Häufchen auftürmt – einfach klasse. Damit aber nicht genug, denn in der ersten Szene des Spiels wird auch mit Licht gespielt. Der Zug, in dem Nate gerade noch gesessen haben muss, liegt vor ihm in Trümmern und brennt lichterloh – da kein Weg drum rum führt, muss der Spieler wohl oder übel hindurch. Kommt man einer Hitzequelle zu nahe, nimmt Nate seinen Arm und hält diesen schützend vor sein Gesicht. Mit diesen kleinen Details und den effektvollen Kamerafahrten und dem spiel mit den Gefühlen der Person vor dem Bildschirm schafft es das Spiel den Spieler so sehr zu fesseln, dass man den Dualshock-Controller garnicht aus der Hand geben möchte.
Reise um die Welt
Das letzte, das man im Himalaya zu Gesicht bekommt, ist ein Nate, der im Schnee des Gebirges einen Dolch findet, bevor er vor Kälte und Erschöpfung zusammenbricht. An dieser Stelle beginnt das Spiel, die Geschichte durch Rückblenden zu erzählen. Dies hat den Effekt, dass sich der Spieler eigentlich ständig fragt, wie die ganzen Ereignisse eigentlich zur ersten Szene passen. Auch das trägt dazu bei, dass man überhaupt nicht mit dem Spielen aufhören mag. Zu viel will ich an dieser Stelle nicht verraten, allerdings wird in Uncharted 2: Among Thieves eine Geschichte erzählt, die jede Menge Spannung, Action, Emotionen und überraschende Wendungen enthält. Nate wird auf seinem Weg neben den schneebedeckten Hängen des Himalayas auch die Türkei, Borneo und weitere viel farbenfrohere Orte besuchen. Hier wird ebenso viel Action geboten, wie man bereits am Anfang erfahren durfte: Vom Hubschrauberangriff bis hin zu einem Gebäude, das einstürzt während man sich noch darin aufhält, ist alles dabei. Wem das noch nicht genug ist, der kann sich auf den endlich eingebauten Multiplayermodus stürzen.
Nicht nur Onlinewettkämpfe mit anderen Uncharted-Spielern sind möglich, sondern Uncharted 2: Among Thieves verfügt auch über den so sehr gewünschten KoOp-Modus. Hier gilt es zusammen mit einem Freund über das Internet spezielle, extra für diesen Zweck designte Aufträge zu erfüllen. Dabei ist es nicht nur möglich miteinander zu spielen, sondern tatsächlich auch erforderlich, denn einige Passagen der Missionen, lassen sich nur bewältigen, wenn man zusammenarbeitet. So muss man sich gelegentlich gegenseitig über eine Mauer helfen oder auch mal den Kumpel auf einen Absatz verhelfen, damit dieser eine Leiter herunter lassen kann. Zusätzlich ist es ratsam die Gegner stets zu flankieren, denn die KI hat sich ebenfalls weiterentwickelt. Auch die Gegner von Nate versuchen den Spieler stets zu umgehen und nutzen genauso alles zur Deckung, was geht. Hat man den Gegner durch Dauerfeuer hinter einer Deckung festgenagelt, wird dieser unweigerlich mit einer Handgranate nach dem Spieler werfen und versuchen diesen aus der Ferne zu erledigen. Natürlich steht es dem Spieler frei, Gleiches mit Gleichem zu vergelten und eine Granate zu werfen. Hier hat Naughty Dog übrigens auch auf die Stimmen der Fans gehört und die Wurfsteuerung auf den rechten Analogstick gelegt – Vorbei die Zeit, wo man mit der Sixaxis-Steuerung herumgefuchtelt hat. Wer genügend Erfahrungen mit dem Spiel gesammelt hat, kann sich dann den anderen Multiplayervariationen widmen. Diese fügen dem Spiel einen unglaublichen Wiederspielwert hinzu, denn die verschiedenen Varianten und Features sind äußerst zahlreich vorhanden.
Mehrwert durch Koop- und Multiplayer-Modi
Neben Team-Deathmatch und Eliminierung, gibt es natürlich auch weitere, zielorientierte Variationen der gemeinsamen Online-Ertüchtigung. Kettenreaktion stellt eine Variante des Conquer-Modus dar. Hier geht es darum, dem Gegner die Basis abzunehmen und diese für eine bestimmte Dauer zu halten, um zu gewinnen. Die Basen auf der Karte werden dabei durch Fackelständer repräsentiert, um das Uncharted-Flair nicht gänzlich zu durchbrechen. Revierkampf ist im Prinzip ähnlich, nur dass es darum geht, verschiedene Zonen zu erobern und zu halten. Bei King of the Hill gewinnt das Team, das die längste Zeit eine bestimmte Zone gehalten hat, während Bei Plünderung handelt es sich um eine Variante des klassischen Capture the Flag: Hier geht es darum, dem Gegner einen Schatz zu stehlen und diesen in die eigene Schatztruhe zu befördern. Anders, als bei den meisten anderen Spielen, kann man sich bei Uncharted 2 noch mit der Pistole gegen Gegner wehren, sobald man einen Schatz mit sich trägt. Ein besonderen taktischen Aspekt fügt die Tatsache hinzu, dass man den gestohlenen Schatz wie eine Granate werfen kann und diesen so wenn es knapp wird an einen Teamkollegen weitergeben kann. Zudem gibt es noch drei weitere kooperative Spielmodi: In Goldrausch geht es darum, den KI-gesteuerten Gegnern möglichst viele Schätze abzunehmen. In Koop-Arena geht es darum eine CTF-Mission gehen computergesteuerte Feinde auszuführen, während es bei Koop-Ziel beziehungsweise -Arena darum geht, mit einem Partner bestimmte Ziele oder Gegner auszuschalten. Es ist also genug zu tun, auch wenn man das Hauptspiel schon nach etwa 12 bis 15 Stunden Spielzeit durchgespielt hat (was für sich genommen eigentlich schon enorm ist).
Eigene Meinung:
Uncharted 2: Among Thieves toppt Uncharted: Drakes Schicksal wirklich in allen Bereichen. Hollywood-Feeling pur durch lange Zwischensequenzen, die auf den Daten echter Schauspieler basieren, gepaart mit allen Filmfiltern, die man sich vorstellen kann und einer Grafik, die atemberaubend ist. Was der erste Teil mit Wasser machte, schafft Among Thieves mit Schnee und Eis – einfach schön. Uncharted 2 ist eines der Spiele, die den Spieler dazu verleiten, einfach mal inne zu halten und sich die detailverliebte Umgebung anzuschauen. Hinzu kommt ein Soundtrack, der auch aus Abenteuerfilmen, wie Das Vermächtnis der Tempelritter, vorkommen könnte. Das Gesamtpaket stimmt einfach und macht Uncharted 2 zu einem Must-Have-Titel für die Playstation 3. Dieses Spiel kann man unbedacht wirklich allen Besitzern einer Playstation 3 empfehlen, da es für Jeden etwas bietet – Action, Spaß, Film, Puzzle und Jump-And-Run-Sequenzen machen Uncharted 2 zu einem der besten Titel des Jahres 2009.
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Dezember 18th, 2009 um 19:58
Die Story fängt gut an, gleich voll in Action und schwer verwundet klettert Drake den über die Klippe hängenden Zug hoch.
Nach dem 4 mal Abrutschen und doch nochmal grad so mit einer Hand festhalten, fand ich es etwas nervig und übertrieben.
Die Story in Uncharted: Drake’s Fade war, meiner Meinung nach, eindeutig besser. Sie war spannender, abwechslungsreicher und hatte mehr Rätsel.
Uncharted 2 ist mehr ein 3-Person-Shooter mit übertriebenen Klettereinlagen. Vom Uncharted 2 Single Player bin ich etwas entäuscht, aber der Multiplayer reist einiges raus.
Fans von Drake sind die Mankos am Single Player wahrscheinlich egal, da der Rest stimmt. Grafik und Soundtrack sind absolut Spitze. Die verschiedenen Waffen machen das Kämpfen abwechslungsreich. Die KI rennt nicht blindlinks auf den Spieler los, sondern versucht ihn eizukesseln und aus der Deckung zu treiben.
Mein Fazit:
Ein verdammt guter 3-Person-Shooter mit viel Action, super Grafik und klasse Mukke. Leider zu übertriebene Cliffhanger-Stunts und zu wenig Rätsel.