PS3-Review: Heavy Weapon | PopCaps neuer Playstation-Network-Titel
Jeder kennt Sie – die kleinen Minispiele, die dem einen oder anderen den Büroalltag versüßen oder auch zu Hause für Kurzweil sorgen. Als Macromedia und später Adobe begann mit dem Flash-Standart einen Siegeszug im Internet zu führen, erschienen auch immer mehr dieser kleinen Spiele auf Flashbasis im Internet. Viele größere und kleinere Designfirmen sprangen auf den Zug auf und entwickelten komplette Flashspiele. Ein ganzer Markt wuchs drum rum und ein Entwickler tat sich besonders hervor: PopCap. PopCap-Spiele sollten eigentlich allen Spielern spätestens nach Zuma, Bejeweled und co. bekannt sein. Längst sind diese Spiele nicht mehr an Flash gebunden und in verschiedensten Formen und für verschiedene Systeme vom PC bis zum iPhone verfügbar. Seit Kurzem ist nun auch eine Umsetzung des Action-Spiels Heavy Weapon: Atomic Tank im Playstation Store für die Playstation 3 verfügbar. Grund genug für uns, dass wir uns den Titel mal etwas genauer ansehen. Mit Erstaunen mussten wir feststellen, dass es sich nicht nur um eine Portierung des PC-Titels handelt, sondern dass an dem Titel von SOE kräftig gefeilt wurde. Ob es sich lohnt, den Titel für den Preis von 7,99 Euro zu erstehen, könnt Ihr im folgenden Testbericht erlesen.
Das Prinzip von Heavy Weapon ist relativ schnell erklärt: Im klassischen Side-Scrolling-Shooter-Design steuert man einen schwer bewaffneten Panzer über den Screen und schießt (fast) alles ab, was sich auf dem Bildschirm bewegt. Dabei ist der Blick vornehmlich an den Himmel gerichtet, denn die natürlichen Feinde des Atomic Tanks sind Flugzeuge, die mit Bomben nur so um sich werfen. Gesteuert wird der Panzer über den linken Stick des Controllers, während der rechte Stick die Richtung bestimmt, in die der Panzer schießt. Frei nach dem Motto “Gehirn aus und Spaß haben” kann man sich mit Heavy Weapon die Zeit allein, mit bis zu drei weiteren Spielern an einer Playstation oder Online via Playstation Network in verschiedensten Spielmodi vertreiben.
Nach dem Start des Spiels wird man erst einmal mit einem recht nüchtern wirkenden Menü konfrontiert, das die Wahl des Spielmodus erlaubt. Startet man ein Offline-Spiel, kann man entweder den Missionsmodus, den Überlebensmodus oder Boss-Blitz wählen. Im Missionsmodus kämpft man alleine oder mit bis zu vier Spielern an einer Playstation gegen den Aufmarsch der Roten Sonne und der geballten Kraft der Armee, sowie verschiedenster Endgegner. In insgesamt 19 Missionen von je etwa fünf bis zehn Minuten Länge gilt es dann, sich mit Kanone, Laser und Raketen gegen die schier endlose Masse an Flugzeugen, Panzern und Bombern zu wehren. Gut, dass es den gelegentlich auftauchenden Transporthelikopter gibt, der den Spieler mit diversen Extras versorgt. Neben lebenssichernden Schilden, wirft dieser Hubschrauber auch Waffenupgrades für das Hauptgeschütz und sogar Atombomben ab. Diese stellen das Pendant zu den Smartbomben aus längst vergangenen Spieletiteln dar und vernichtet auf Knopfdruck sehr effektvoll sämtliche Gegner, die sich auf dem Bildschirm tummeln. Gelegentlich lassen getroffene Gegner auch mal ein Teil eines Megalasers fallen. Sammelt man vier Stück davon, erhält man die wohl vernichtenste Waffe des Spiels und kann für eine begrenzte Zeit jeden Gegner mit nur einem kurzen Druck auf den rechten Stick ins Jenseits befördern. Hat man sich durch eine Mission bis an das Ende gekämpft, wird man mit einem der Level-Bosse konfrontiert, die vom Spieler verschiedenste Strategien verlangen, um besiegt zu werden. Wer bis dato noch nicht gemerkt hat, dass sich das Spiel selber nicht ganz ernst nimmt, wird sich spätestens beim Anblick eines Riesenaffen mit Raketen auf den Schultern oder einer Abrisskugel, die nach dem Panzer schlägt, ein Grinsen nicht verkneifen können. Insgesamt erinnert das Spiel sehr stark an Metal Slug und kann mit dessen Qualität durchaus mithalten. Am Ende einer Mission kann man dann den Panzer im Shop mit einem Waffenupgrade versehen. Hier findet der Arcadefreak sämtliche Klischees erfüllt und kann von schützenden Kugeln, die um den Panzer rotieren, über Laser bis hin zu Raketen und Flak alles einkaufen, was das Spielerherz begehrt.
Wer den Missionsmodus abschließt kann sich dann neben dem Überlebens-Modus auch dem Boss-Blitz widmen. Im Überlebens-Modus geht es einfach darum möglichst lange gegen immer größer werdende Gegnermassen durchzusetzen. Da man den Shop zwischen den Leveln nicht besuchen kann, wirft der Support-Helikopter auch die dort erhältlichen Waffenupgrades ab. Das ganze ist vorbei, sobald man sein einziges Leben verloren hat. In Boss-Blitz geht es einfach darum alle Level-Bosse nacheinander zu besiegen, von sonstigen angreifenden Gegnern bleibt man dabei verschont. Im Onlinemodus kann man dann nach Herzenslust mit anderen Spielern auf der ganzen Welt zusammen spielen, wenn mal kein Freund in der Nähe ist, mit dem man den Fernseher teilen kann. Zusätzlich verfügt Heavy Weapon natürlich über Online-Ranglisten, die den Fortschritt des Spielers und dessen Platz auf der Weltrangliste dokumentieren. Hier kann man sich dann auch mit den PSN-Freunden vergleichen und Spiele eröffnen, in dem man diese einlädt.
Eigene Meinung:
Ich liebe Arcade- und Retro-Spiele, das sollte jedem aufmerksamen Leser aufgefallen sein – dementsprechend ist meine Playstation 3 voller Spiele aus dem Playstation Store und ich bin froh, dass sich Heavy Weapon mit dazu gesellt hat. Anfangs war ich nicht wirklich überzeugt, ob dieses Spiel vernünftig vom PC zur PS3 portiert werden kann, allerdings bin ich von Sony Online Entertainment eines Besseren belehrt worden. Die PS3-Version hat sogar ein paar Features spendiert bekommen, die es auf dem PC nicht gab und auch das Flak, das man auf dem PC mit der Maus steuern musste, ist auf der PS3 automatisiert worden, um dem Spieler ein intuitives Spieleerlebnis zu ermöglichen. Besonders viel Spaß macht Heavy Weapon zu Zweit – mehr als zwei Spieler machen eine Runde Heavy Weapon etwas unübersichtlich und man kann Feindfeuer kaum noch von den ganzen Projektilen der Mitspieler unterscheiden. Der Schwierigkeitsgrad und die Verteilung der Trophies auf die verschiedenen Aspekte des Spiels sorgen dafür, dass man für seine knapp acht Euro ordentlich Spiel für’s Geld erhält. Mir gefällt Heavy Weapon wirklich gut und ich kann es jedem ans Herz legen, der entweder die PC-Version bereits gespielt hat oder einfach Gehirn-Aus-Spiele mag. Wer sich nicht entscheiden kann, sollte sich unbedingt die Trial-Version anschauen, bevor er sich dazu entscheidet, das Spiel zu erstehen.
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