Hardware-Review: Roccat Vire – Mobile Gaming Headset
Jeder, der schon einmal auf einer LAN-Party war, kennt dieses Problem: “Wie bekomme ich den ganzen Kram vom Auto in die Halle?” Computer, Monitor, Switch, Kabel, Maus, Tastatur, Headset und so weiter. Einige Spieler sind bereits dazu übergegangen auf LANs nur noch mit einem Notebook zu erscheinen und sich zwei der größten Lasten zu entledigen. Natürlich ist da noch lange nicht Schluss und viele Firmen unterstützen die Spieler mit neuen kleinen Lösungen, wie man Desktop-Technik für den mobilen Einsatz umfunktioniert. Roccat hat sich nun an das Gaming-Headset gewagt und hat mit dem Vire eine höchst mobile Variante herausgebracht, die trotz der “Mobiltelefon-Optik” voll auf Gamer und deren gehobenen Ansprüche ausgelegt ist. Ob das Vire im Spielerwitwen.de-Härtetest überzeugen konnte, könnt Ihr im folgenden Testbericht erfahren.
Aus einem Gamer-Headset eine mobile Variante zu machen, ist nicht ganz einfach, denn ein Headset muss dazu radikal abgespeckt werden – weg mit dem Verstärker und den 5.1-Funktionen, denn die sind beim Headset die großen Platzverschwender. Wenn man diese beiden Komponenten für den Einsatz unterwegs nicht wirklich braucht, bleibt nur ein puristisches kleines “Ohr-Stöpsel”-Headset übrig, wie man es bereits vom Mobiltelefon her kennt. Wer nun denkt, dass man auch auf Klangqualität und Lautstärke verzichten muss, hat sich geschnitten. Es ist erstaunlich wie gut Ohr-Stöpsel aus dem Premium-Segment doch klingen können. Beim Vire ist das aber eigentlich kein Wunder, wenn man sich erst einmal die Eckdaten anschaut. Der Frequenzgang kann sich mit 18 – 22000 Hz durchaus sehen lassen und schmeichelt dem Ohr mit deutlichen Bässen und klaren Höhen. Die Lautstärke und der Klang selbst liegen dabei deutlich über dem Niveau der Kopfhörer, die Apple dem iPhone oder dem iPod beilegt.
Vire = Mobiles Headset + gute Ideen und Klang
Apropos iPod – Das Vire ist natürlich nicht nur dazu geeignet, auf LAN-Partys den Platz im Auto zu vergrößern, sondern kann natürlich auch an verschiedenste Geräte angeschlossen werden. Von Haus aus ist das Vire mit einem 3,5 mm Klinkenstecker versehen und verfügt neben den üblichen Stereokontakten, auch über einen dritten Ring am Stecker, der die Verbindung zum Mikro sichert. Will man das Vire am PC oder Laptop betreiben, schließt man einfach eine der mitgelieferten Kabelpeitschen an, die den Dreifachstecker in zwei normale, getrennte 3,5 mm Klinkenpaare umwandelt. Von diesen Adaptern liegen der Verpackung erfreulicherweise zwei verschiedene Längen bei, die man je nach Einsatzgebiet auswählen kann. Der mit 17 Zentimetern etwas kürzere Adapter ist für den Einsatz am Notebook gedacht, da die Anschlüsse hier ja direkt vor dem Benutzer liegen und so nicht unnötiger Ballast an das Headset geknüpft wird. Da die Anschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon auf der Rückseite des Standart-PCs meist unter dem Tisch verschwinden, legt Roccat für diesen Zweck noch eine extra Kabelpeitsche von 130 Zentimetern bei. Schießt man diese an, kann man sich zusammen mit den der Kabellänge des Headsets ganze 2,5 Meter von den Anschlüssen entfernen. Das sollte ausreichen, um auch extrem langen Menschen genügend Freiraum zu liefern. Neben den zwei Kabelpeitschen liegt der Verpackung im Übrigen noch ein sehr wichtiges Extra bei: Eine Transporttasche. Jeder, der schon mal ein solches Headset eingerollt in die Tasche gesteckt hat, wird ganz schnell festgestellt haben, dass Kabel die einzigen unintelligenten Wesen sind, die Knoten knüpfen können. Schön, dass Roccat an dieser Stelle mitgedacht hat und diesem Zustand mit einer eleganten Tasche mit Roccat-Logo abgeholfen hat.
Mit dem Einsatz an Notebook und PC ist es natürlich nicht getan. Das Vire passt dank der 3,5 mm Technik auch an iPhone, iPod, PSP, Nintendo DS, diverse MP3-Player und viele Handys und kann damit vielseitiger eingesetzt werden, als die meisten anderen Headsets auf dem Markt. Erfreulicherweise ist es meist sogar wesentlich lauter, als das, was die Hersteller mit den Geräten mitliefern. Wer dem Aufdruck “Ear Protection” auf den Geräten nichts abgewinnen kann und die Original-Headsets nicht kompliziert mit dem Lötkolben modifizieren möchte, ist mit einem neuen Headset, wie dem Vire gut beraten.
Qualität die überzeugt
Betrachtet man das Vire noch etwas genauer, fällt dem Besitzer zunächst die von Roccat gewohnte, hohe Fertigungsqualität auf. Das Vire ist mit nur 15 Gramm Gesamtgewicht beim Tragen kaum zu spüren und durch die gummierte Oberfläche besonders rutschfest. Durch diesen Vorteil eignet sich das Vire nicht nur für besonders hitzige Gefechte am Bildschirm, sondern kann auch problemlos mit zum Joggen in den Wald entführt werden – da verrutscht nichts. Ebenfalls positiv fällt auch das Mikrofon ins Auge beziehungsweise dessen Qualität ins Ohr, denn die ist für ein Mikrofon, das nicht direkt vor dem Mund steht erstaunlich gut: Bauartbedingt werden hier natürlich ein paar Nebengeräusche mehr, als bei herkömmlichen Gamingheadsets aufgenommen, allerdings lange nicht so viele, wie man das von baugleichen Modellen für Handys gewohnt ist. Das Vire überrascht in ganzer Linie.
Eigene Meinung:
Wer viel Unterwegs ist und vielleicht noch ein paar Geräte wie PSP, Nintendo DS, iPhone oder Ähnliches besitzt, wird das Vire lieben. Ich für meinen Teil mag die momentan so beliebten in-Ear-Headsets nicht so gerne, da ich das Gefühl von Kuhtips im Ohr nicht mit Musik- oder Klanggenuss in Einklang bringen kann. Ein Headset zu finden, das ähnlich gute Eigenschaften in Punkto Bassstärke und Filterung von Außengeräuschen besitzt, ist allerdings recht schwierig. Genau diese Eigenschaften kombiniert nun allerdings das Vire mit klassischem und sehr angenehmem Ohr-Stöpseldesign. Da ich viel am Netbook arbeite und bedingt durch Spielerwitwen.de viel an der PSP und dem DS spiele und zudem noch iPhone-Besitzer bin, kann ich mir kein besseres Headset denken und seit dem Test begleitet mich das Vire überall hin und ersetzte nach und nach die mitgelieferten Kopfhörer, die einfach nicht damit mithalten können. Ich kann das Vire jedem ans Herz legen, der auf der Suche nach einer ultraportabelen Alternative zu seinem Gamingheadset ist und darüber hinaus allen, die Wert auf guten Klang legen, auch wenn sie unterwegs sind.
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