PS3-Review: Guitar Hero 5 – Es wird wieder gerockt!
Die erfolgreiche Guitar Hero Serie geht nun mit Teil 5 in die nächste Runde. Wieder einmal darf mit Plastikgitarre munter nach bekannten Melodien gerockt werden. Auch wenn es der Titel nicht ganz vermuten lässt, kann man im fünften Teil der Serie natürlich auch mit den anderen Instrumenten, wie Schlagzeug und Mikrofon, zusammen abrocken, soweit man die entsprechende Peripherie besitzt. Sicher darf man keine bahnbrechenden Neuerungen von diesem Titel erwarten, dennoch überrascht das Spiel mit einigen kleinen Verbesserungen und Veränderungen und ist mit ganzen 85 neuen Tracks sowohl für Einsteiger, als auch für alte Hasen interessant. Ob das Spiel in der Praxis halten kann, was es verspricht, könnt Ihr wie immer in unserem Testbericht in Erfahrung bringen.
Die Guitar Hero Serie kann nun mit dem erscheinen des fünften Teils, auf eine lange Reihe sehr erfolgreicher Titel zurückblicken. Angefangen beim noch von Harmonix Music Systems entwickelten ersten Teil und zweiten Teil, über die Übernahme durch Activision und die Produktion des dritten Teils und den Band-orientierten Ablegern, sowie den mobilen Teilen auf dem Nintendo DS, bis hin zum vierten Teil Guitar Hero: World Tour, bei dem zusätzlich zu Gitarre und Bass, dann auch Schlagzeug und Mikrofon den Einzug hielten. Eines haben alle Teile der Guitar Hero Serie gemeinsam, man hält an altbewährtem fest und verändert so wenig wie möglich. Daher ist die Spielweise bei allen Teilen die gleiche geblieben. Jeder Spieler, der einmal einen Guitar Hero Teil gespielt hat, wird also auch sofort mit Guitar Hero 5 zurecht kommen und kann ohne Umschweife ins Spiel einsteigen.
Gleiches Spielprinzip wie eh und je
Für die, denen das Spielprinzip noch nicht bekannt sein sollte, hier noch einmal kurz zusammengefasst: Nachdem der Spieler einen Song ausgewählt hat, wird dieser nicht nur akustisch wiedergegeben, sondern es erscheinen auf dem Bildschirm der Spielekonsole auf einer Art Leiste, die den Gitarrenhals mit den einzelnen Saiten darstellen soll, auch die zu spielenden Töne. Der Spieler kann dazu mit einem mitgelieferten Gitarren-Controller spielen. Dieser Gitarren-Controller simuliert eine echte Gitarre mit fünf verschiedenfarbigen Knöpfen als Bünde, eine Strum Bar und ein Tremolo. Während des Spielens müssen die richtigen Knöpfe am Gitarrenhals zum richtigen Zeitpunkt gedrückt (gehalten) und gleichzeitig die „Saiten“ am Corpus mit der anderen Hand geschlagen werden. Dabei wird um Punkte und die Gunst des Publikums gespielt. Ähnlich läuft das Ganze auch mit dem Schlagzeug, nur dass man nicht irgendwelche Knöpfe betätigt, sondern, dass die Schlagzeug Pads und das Pedal für die Basedrum entsprechend beim Draufschlagen ein Signal an das Spiel weitergeben. Der Gesangspart funktioniert ähnlich, wie man es von SingStar bereits gewohnt ist. Am oberen Bildschirmrand läuft der Text samt Tonhöhe mit und entsprechend der Gesangsfähigkeiten des Spielers liegt man drüber oder drunter und erziehlt so mehr oder weniger Punkte.
Die Guitar Hero Serie hat sich mit jedem erschienenen Teil stetig verbessert. Während man im ersten Teil einfach nur Gitarre spielen konnte, durfte man im zweiten Teil bereits zum Bass greifen oder zu zweit vor dem Bildschirm rocken. Der dritte Teil fügte einen Koop-Modus hinzu und erlaube es den beiden Spielern sich im Battle das Leben zur Hölle zu machen. Der vierte Teil oder Guitar Hero: World Tour brachte dann als Konter zu EAs Rock Band, Schlagzeug und Mikrofon mit in das Spiel und schon konnten vier Spieler gleichzeitig vor dem Fernseher oder via Internet miteinander um die Wette rocken. Natürlich greift der fünfte Teil wieder alle Aspekte der Vorgänger auf und fügt passende kleine Verbesserungen beziehungsweise Veränderungen hinzu.
Konsequente Modellpflege
Eine der Neuerungen fällt sofort nach dem Start des Spiels ins Auge. Neben dem üblichen “Press Start to Play” findet man schon auf dem Titelbildschirm die Möglichkeit über die rote Taste am Gitarrenhals beziehungsweise das rote Drumpad direkt ins Spiel einzusteigen. Hört man während der Demo seinen Lieblingssong kann man mit einem einfachen Druck auf eines der Instrumente direkt an jeder beliebigen Stelle einsteigen und los spielen ohne Zeit zu verlieren. Wer lieber schnell ein bestimmtes Lied spielen möchte, kann dies über den Menüpunkt “Schnelles Spiel” erledigen und bereits zu Anfang auf alle 85 Tracks zugreifen, ohne diese durch langwieriges Spielen der Karriere freischalten zu müssen – eine dankbare Neuerung, gerade für Anfänger. Wer das Konzept des Freispielens mag, wird allerdings auch nicht enttäuscht, denn an bestimmte Outfits und Bühnen kommt man erst nach der Beendigung einer Karriere ran. Wer die Karriere beendet, kann so nicht nur mit seinem individuell gestyltem Rocker auftreten, sondern darf auch vorgefertigte Rocklegenden, wie Kurt Kobain, Jonny Cash oder Carlos Santana als Alter Ego wählen und die großen Bühnen der Welt erobern.
Die Schwierigkeit der Songs kann wie üblich von “Leicht” bis “Experte” frei gewählt werden, allerdings kann man seit dem aktuellen Teil den Schwierigkeitsgrad auch während des Songs anpassen, falls man feststellt, dass man den Mund vielleicht doch etwas zu voll genommen hat und nicht wirklich mit dem Song und dem gewählten Level klar kommt – einfach Start drücken und die Schwierigkeit eine Stufe niedriger schalten. Eine Frischzellenkur hat auch der Multiplayermodus erhalten. Warum nur zu viert, wenn es auch zu acht geht? Der Battlemodus aus Guitar Hero 3 ist zurück und ermöglicht es in Guitar Hero 5 mit zwei kompletten Bands gegeneinander antreten zu können – genug Instrumente oder einen funktionierenden Internetanschluss vorrausgesetzt. Zudem erlaubt Guitar Hero 5 mehr als ein Instrument jeder Bauart im Multiplayer, man kann also endlich auch mit mehreren Schlagzeugen oder zwei Sängern antreten. Letzteres wird sogar durch einen SingStar-ähnlichen Duett-Modus gefördert und hebt das Bandgefühl auf ein neues Level. Wer bereits World Tour oder DLC aus World Tour besitzt, kann diese gegen eine geringe Gebühr in den fünften Teil übertragen und die Songliste dramatisch erweitern. Durch die neuen Features von Guitar Hero 5 lassen sich leider nicht alle Lieder mit dem neuen Titel verweden, dennoch lohnt sich die Investition.
GHMix oder Mach’s Dir selbst
Natürlich kehrt auch Guitar Hero Mix, der in World Tour integrierte Musikeditor in der neuen, verbesserten Version 2.0 zurück und ambitionierte Musiker können die Songliste nach dem Motto “Create and Share” erweitern. Zwar ist der Editor nicht ganz einfach zu bedienen, sorgt aber dafür, dass man anhand von Notenblättern beinahe alles an Songs in Guitar Hero 5 rein bekommt, soweit man die Zeit dazu investieren möchte. Wer das nicht mag, kann dank GHTunes von den Anstrengungen der Anderen profitieren und sich die GHMix Songs von anderen Spielern einfach runter laden und abspeichern. Neu ist der an dieser Stelle erscheinende GHJam-Modus, der es erlaubt, einfach drauf los zu spielen und Songs nach den Regeln des Musikeditors nach zuspielen. Besonders interessant dürfte dies für Schlagzeuger sein, die einfach nur ein wenig üben möchten.
Eigene Meinung:
Activision macht mit der Guitar Hero Serie konsequent alles richtig: Wie bei einem Automobilhersteller wird hier nach dem Motto “Nichts kaputt machen, was funktioniert” vorsichtig Modellpflege betrieben. Mit der Einführung von Schlagzeug und Gesang, hat Guitar Hero: World Tour einen großen Sprung nach vorne gemacht und nun ist es an der Zeit, sorgsam am Konzept zu basteln. Genau das haben die Entwickler beherzigt und mit Guitar Hero 5 einen Nachfolger geschaffen, mit dem Anfänger wie alte Hasen bestens zurecht kommen. Umsteiger aus dem Rock Band Segment werden sich vielleicht über den etwas höheren Schwierigkeitsgrad wundern, aber auch diese fühlen sich gleich wie zu Hause. Erfreulicherweise sind die Instrumente weiterhin kompatibel (sowohl die von Guitar Hero, als auch Rock Band und sogar die von Drittherstellern, wie Sonys SingStar Mikros) und wer bereits eine Gitarre oder ein Schlagzeug besitzt kann diese weiter benutzen. Besonders viel Spaß macht es natürlich, mit Freunden um die Wette zu jammen, daher sollte man schon mehr als ein Instrument besitzten. Der vorhandene DLC und die massive Tracklist von 85 Songs sorgen für Langlebigkeit und die Auswahl der Songs macht es auch Spielmuffeln schwer, sich aus einer Partie herauszuwinden. Guitar Hero macht einfach Spaß und sorgt für Kurzweil! Wer Casual Games mag und vor ein wenig “Competition” keine Angst hat, kann hier sorglos zugreifen…
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