Hardware-Review: Roccat Apuri – Maus-Bungee bringt kabellose Vorteile für Kabelmäuse
Wenn man den Namen Apuri hört, stellt man sich so ziemlich alles vor, allerdings nicht das kleine und ungemein praktische Zubehörteil, das Roccat unter diesem Namen vermarktet. Es mag zwar wie ein Gerät aus einer anderen Welt erscheinen, bietet aber viele gerade für Gamer wichtige Aspekte, die dem Apuri einen “nicht mehr vom Schreibtisch weg zu denken”-Status verleiht, sobald man sich zum Kauf entschlossen hat. Viele, wenn nicht gar alle professionellen Gamer setzen auf Kabelmäuse, da diese durch geringere Latenzzeiten den kleinen Vorteil bringen, den man braucht, um ein Match für sich zu entscheiden. Zudem können Kabelmäuse durch den fehlenden Akku leichter sein und müssen nicht alle Nase lang auf die Ladestation gestellt werden. Dennoch bergen gerade Kabelmäuse einen großen Nachteil gegenüber den Funkkollegen: das Kabel. Ständig hängt es im Weg oder wird durch das eigene Gewicht in die Untiefen neben dem Schreibtisch gezogen. “Unter dem Monitor einklemmen” ist einfach keine gute Methode, um diesen Missstand zu beseitigen, also muss eine Alternative her. Gut, dass Roccat auch dafür eine Lösung parat hält und die Desktop-Serie Smart Desktop Management System (SMDS) mit dem Apuri komplettiert. Ob das Apuri wirklich eine gute Figur macht, könnt Ihr dem folgenden Testbericht entnehmen.
Nüchtern betrachtet, ist das Apuri (übersetzt aus dem Finnischen etwa Handlanger) mit dem spacigen Design nicht wirklich Jedermanns Sache, aber das soll es ja auch nicht sein. Speziell auf Gamer zugeschnitten, hat das Apuri auch wirklich nichts in Büros verloren und macht neben den anderen Desktop-Accessoires aus dem Hause Roccat eine weit bessere Figur, als auf einem Standartschreibtisch. Die Verarbeitung des dreibeinigen Mauskrans ist Roccat-typisch äußerst hochwertig und lässt keine Wünsche übrig. Nach dem Auspacken blickt der glückliche Besitzer auf ein USB-Kabel, ein Netzteil und das Herzstück, dem Apuri selbst. Nach der Verbindung des PCs mit dem Apuri über das USB-Kabel und dem Einstecken des Netzteils, leuchtet das Wunderwerk in schickem blau auf und beleuchtet gleichzeitig die Unterseite, was einen prima Effekt in der Dunkelheit des Zockerzimmers ergibt. Kurz darauf identifiziert es sich am PC als Highspeed-USB-Hub und nimmt dank der Anschlüsse auf den übrigen zwei Seiten, vier USB-Geräte auf und kann durch das entsprechend dimensionierte Netzteil diese auch passend den USB-Spezifikationen mit Strom versorgen. Wer also vier Notebookfestplatten ohne Netzteil anschließen mag, wird keine bösen Überraschungen erleben, die man sonst von USB-Hubs kennt. Zudem ist das Apuri auf der Oberseite mit einem flexiblen Gummiarm ausgestattet, in den man das Mauskabel hinein “drückt”, damit es nicht auf dem Schreibtisch rumliegt. So aufgestellt, kann der Spaß losgehen: Zocken bis zum Umfallen! Wer seine Maus mit Silikongleitern und einem entsprechenden Mauspad verwöhnt hat, wird dank des Gummiarms auf der Oberseite von Apuri fast überhaupt keine Kräfte mehr spüren, die an der Maus zerren. Durch das oben gehaltene Kabel besitzt man die Freiheit einer schnurlosen Maus und auch wenn man an die Grenzen der Reichweite kommt, federt der Gummiarm angenehm nach und zeigt dem Benutzer sanft, wo das Mauspad zu Ende ist.
In unserem Test haben wir den USB-Hub des Apuris mit vielen Stromfressern gequält und trotz zweier 2,5 Zoll USB-Festplatten ohne Netzteil, einem DVB-T-Stick und dem Apple iPhone im Lade- und Synchronisationszustand, gab es keine Ausfälle oder Probleme zu verzeichnen. Kein Wunder, denn das Netzteil versorgt die vier USB-Ports mit bis zu 2 A und liegt damit genau in den USB-Spezifikationen von 500 mA pro Port. Da das Apuri als Halter für das Mauskabel sowieso in der Nähe der Tastatur und damit den Händen des Benutzers liegt, eliminiert es zudem den verhassten Weg unter den Schreibtisch, wenn man mal einen USB-Stick oder einen Joystick an den PC anstöpseln möchte. Der einzige Nachteil, den wir finden konnten, ist die Tatsache, dass die Beleuchtung sich nicht mit dem PC abschaltet, sondern erst verlischt, wenn man das Netzteil vom Gerät abzieht. Wer die USB-Spannung nach dem Ausschalten des PCs weiter aufrecht erhält (beispielsweise um den PC mit der Peripherie wieder einschalten zu können), wird zudem auch das USB-Kabel abziehen müssen, da sich die LEDs des Apuri auch ohne Netzteil über USB mit Strom versorgen. Wer damit leben kann und ohnehin gerade ein Maus-Bungee sucht, sollte ich das Apuri mal näher ansehen.
Eigene Meinung:
Zunächst war ich etwas skeptisch, was dieses Zubehör angeht, dennoch passte die Teststellung ganz gut, denn jüngst hatte sich meine kabellose Logitech-Maus verabschiedet und ich bin wieder auf meine alte Microsoft-Explorer-Maus umgestiegen und das blöde Kabelproblem war zurück. Etwas improvisiert, wurde es durch einklemmen in die Lücke zwischen Schreibtisch und Container gelöst, was genau betrachtet aber eher suboptimal ist. Gut, dass das Apuri reingeflattert kam – angeschlossen und wohlgefühlt. Tatsächlich ist nun fast keine Reibung an der Maus zu spüren – die Kombination von Apuri, Mausgleitern aus Teflon und ein teflonbeschichtetes Hightechmauspad machen es möglich. Zudem sieht die Kombination abgesehen von der sehr alten Maus nun richtig stylisch aus. Nur die Tatsache, dass das Apuri auch nach dem Ausschalten des PCs weiter leuchtet, war etwas enttäuschend, ließ sich aber durch eine schaltbare Steckerleiste bequem beseitigen. Ich denke, ich werde auch in Zukunft bei Kabelmäusen bleiben, da das Apuri den einzigen Vorteil der schnurlosen Maus auf die Kabelmaus übertragen hat und nun praktisch keine Nachteile beim Einsatz von Kabelmäusen vorhanden sind. Wer auf seine Kabelmaus nicht verzichten will und bereits mit einem Maus-Bungee geliebäugelt hat, sollte sich das Apuri einmal näher anschauen. Natürlich kann das Apuri nicht nur am PC verwendet werden, sondern macht auch an einer Playstation 3 gerade durch das große Netzteil und die schicke Beleuchtung eine gute Figur.
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