Hardware-Review: Speedlink Competition Pro
Wer sich mit Retro beziehungsweise Emulation beschäftigt, steht früher oder später vor einem Problem. Wie komme ich legal an Spiele und eventuelle Betriebsystem-ROMs ran? Speedlink hat nun mit der Neuauflage des berühmtesten Joysticks der 80er und 90er, dem Competition Pro, nicht nur das Herz der Retrogamer erobert, sondern für den Bereich Amiga-Emulation genau dieses Problem gelöst. Neben 185 Amiga-Spielen und dem Emulator WinUAE in der Version 1.4.1 warten auch Kickstart-ROMs auf der CD auf einen neuen Besitzer. Das komplette Paket bekommt man dabei für 17,99 Euro im gut sortierten Elektrofachhandel. Ob die Neuauflage eines der erfolgreichsten Peripherie Produkte der Welt dem Retrospieler nützt, könnt Ihr in unserem Testbericht nachlesen. Dank der Firma Speedlink sind wir sogar in der Lage, ein Exemplar unter den Lesern zu verlosen, wenn Ihr die Gewinnfrage am Ende des Tests beantwortet und etwas Glück habt.
Spielhallentechnik für zu Hause
Die Wahl des besten Joysticks der Welt fällt heutzutage relativ schwer. Die beiden großen Fangruppen der XBox und des Playstation-Lagers zanken sich regelrecht, welcher Joystick der bessere ist. In den späten 80er und frühen 90er Jahren stellte sich diese Frage eigentlich nicht. Als die Dynamics Marketing GmbH 1986 den Competition Pro in den deutschen Handel brachte, war diese Frage über Nacht entschieden. Der Competition Pro hatte den Joysticks seiner Zeit viel voraus. Während andere Joystickhersteller aus Kostengründen auf Lötkontakte und viel Plastik in der Produktion setzten, wollte man mit dem Competition Pro Spielhallentechnik in die Wohnzimmer bringen. Wer schon mal einen Joystick bei einer Runde Decathlon auf dem C64 kaputtgemacht hat, weiß was damit gemeint ist. Die Steuerarmaturen von Spielautomaten mussten einfach beziehungsweise wartungsfreundlich, aber höchst stabil konstruiert sein, um dem Ansturm von tausenden Menschen, die nicht gerade zimperlich mit den Geräten umgehen, standhalten.
Genau das ist das große Geheimnis des “Compis” gewesen. Zwar wurde auch dieser in der Ur-Version (erkennbar am schwarzen Gehäuse und schwarzen Knüppel) mit sogenannten Blattkontakten ausgestattet, allerdings konnte man diese relativ leicht reparieren. In den bekannteren Varianten, die Competition Pro Plus genannt wurden, verbaute man schließlich Mikroschalter, genau wie in den großen Spielhallenautomaten. Darüber hinaus versah man den Knüppel in der Mitte mit einem Kern aus Edelstahl, der diesen unglaublich haltbar und bruchsicher machte. Die Ausfallquote des Joysticks sank damit sozusagen ins Nichts. Selbst wenn einmal ein Mikroschalter den Geist aufgab, ging man einfach in den nächsten Elekroladen und kaufte ein Ersatzteil, das sogar immer vorrätig war. Zu Hause angekommen musste man nur den Joystick aufschrauben und ein paar Kabelschuhe am Schalter abziehen, um diesen zu Wechseln. Man bekam eben Spielhallentechnik für zu Hause.
Kein Wunder also, dass der Joystick sehr schnell zum Kassenschlager wurde. Damals ging dieser für 49,00 DM über den Ladentisch (umgerechnet knapp 25,00 €). Der Ur-Version des Competition Pro Plus (oder auch Competition Pro 5000) mit schwarzem Gehäuse und rotem Stick, folgten noch weitere Designvarianten: eine mit gesprekeltem schwarzem Gehäuse, eine mit durchsichtigem Gehäuse, eine mit blau-silbernem Design und die berühmte Mini-Variante, die etwa nur halb so groß war, wie das Original. Später wurden verschiedene Versionen mit zusätzlichen flachen Feuertasten auf den Markt gebracht, die wahlweise eine Autofeuer- oder eine Slowdownfunktion besaßen. Eines war allen Compis aber gleich, sie waren sowohl für Linkshänder, als auch für Rechtshänder geeignet. Dies würde durch zwei gleichbeschaltete Feuertasten gewährleistet.
Gute Idee neu aufgelegt
Auch bei der Neuauflage aus dem Hause Speedlink hat sich nicht allzuviel geändert. Es ist immer noch ein digitaler Joystick, der auf Mikroschalter und einen Edelstahlkern setzt. Natürlich ging auch der Zahn der Zeit nicht an diesem Prachtstück der Ingenieurskunst vorbei. Die Feuertasten werden nach dem Anschluß an den PC über einen freien USB-Port, als Tasten eins bis vier erkannt. Da man als Rechtshänder schlecht an die Taste zwei und vier herankommt und als Linkshänder schlecht an die Tasten eins und drei, bleiben wenige Spiele, die man mit dem Competition Pro vernünftig spielen kann. Macht aber nicht, denn das Gerät ist deutlich für den Retrofreund gedacht, der damit vermutlich so oder so Emutlatoren betreiben wird. Erfreulicherweise liefert Speedlink den passenden Amigaemulator gleich mit dem Compi mit. Auf der beiliegenden CD findet man neben dem Emulator WinUAE auch 185 verschiedene Amigaspiele, die hauptsächlich dem “Public Domain”-Lager entspringen. Emulationsfreunde machen einen zusätzlichen Luftsprung, wenn sie entdecken, dass man mit dieser CD zudem auf legalem Wege an zwei Varianten des Amigabetriebsystems Kickstart in ROM-Form kommt. Damit ist eine der am häufigsten gestellten Fragen geklärt – die CD enthält die beiden ROMs Kickstart 1.3 und 3.1.
Neben dem Feuerknopf-Problem, das eigentlich keins ist, findet man im Inneren des Joysticks weitere Unterschiede zur Ur-Version 5000. Die Mikroschalter sind nicht mehr länger wartungsfreundlich mit Kabelschuhen befestigt, sondern fest mit den Kabeln verlötet, was bereits für viele ein Hindernis in der Wartung bedeuten dürfte – Schade. Dennoch bleibt der Competition einer der robusteren Joysticks aller Zeiten. Die Mitgelieferten Spiele bieten ebenfalls viel für das investierte Geld auch wenn viele der Titel aus dem PD-Bereich entstammen oder mit dem Shoot’em’Up Construktion Kit erstellt worden sind. Zwischen den ganzen, auch für eingefleischte Retrofans unbekannten Titeln, findet man immer wieder Titel, die früher die Softwarecharts der bekannten Spielemagazine angeführt haben. Hier findet man beispielsweise Titel, wie Defender of the Crown, It came from the Desert I und II, TV Sports Basketball und neben alten Werbespielen, wie Das Erbe und Das Telekomando noch viele weitere bekannte Titel.
Eigene Meinung:
Wer also eine Amiga-Emulationssammlung aufbauen oder einfach nur “legalisieren” möchte kann beim Competition Pro aus dem Hause Speedlink beruhigt zugreifen. Bei Retro-Fans stellt sich die Frage des Zugreifens nicht, denn bei einem Preis von knapp 18 Euro muss man einfach ein Stück Computergeschichte mit nach Hause nehmen. Wer mag, kann auch 25,95 Euro investieren und bekommt zusätzlich zu seinem Compi und dem Amigaemulator auch noch das Buch Extraleben von Constantin Gilles. Neben der USB-Variante kann der Hardcorefan auch heute noch eine Version des Competition Pro mit dem klassischen neunpoligen Sub-D Stecker ordern. Ich selbst besitze noch eine Acrylvariante des Compis und bin erstaunt, wie nahe der Remake aus dem Hause Speedlink dem Original kommt. Tatsächlich muss man ihn erst aufschrauben um einen Unterschied abseits des USB-Steckers zu finden. Im Endeffekt sind diese Differenzen aber vernachlässigenswert und bedeuten nicht, dass der Compi von Speedlink schlechter ist, als das Original – eben nur nicht so wartungsfreundlich. Dennoch kann ich den Joystick jedem ans Herz legen, der via Emulator ein paar Kindheitserinnerungen aufarbeiten möchte. Ob man nun einen originalen Competition Pro über ein kompliziertes Interface am PC anschließt oder gleich die USB-Variante nutzt, ist Jacke wie Hose. Speedlink hat sich mit dieser Neuauflage in jedem Falle einen festen Platz in meinem Herzen ergattert.
Gewinnspiel:
Zu gewinnen gibt es diesmal ein Exemplare des Competition Pro USB für den PC inklusive der Amiga Classix CD mit 185 Amiga Spielen. Die Gewinnfrage sollte jeder beantworten können, der sich den Testbericht gut durchgelesen hat:
“Welche Firma hat in den 80er Jahren angefangen, den Competition Pro in Deutschland zu vertreiben?”
Die hoffentlich richtige Antwort sendet Ihr dann via E-Mail an die Adresse gewinnspiel@spielerwitwen.de.
Gewinnspielhinweise:
Einsendeschluss ist Samstag, der 20.08.2009. Die Gewinner werden unmittelbar nach der Ziehung benachrichtigt. Sollten sich die Besitzer der Adresse nicht binnen sieben Tagen zurückmelden, werden wir einen Ersatzgewinner ziehen. Wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen.
Datenschutzhinweis:
Die E-Mail-Adressen werden nur im Rahmen von spielerwitwen.de und insbesondere für das entsprechende Gewinnspiel verwendet. Sie werden nicht an Dritte weiter gegeben und spätestens nach einem Jahr gelöscht. Wenn ihr eine sofortige Löschung der Email möchtet (hoffentlich doch erst nach der Ziehung), einfach eine kurze Email an gewinnspiel@spielerwitwen.de mit dem Betreff “Email löschen – [Email-Adresse]” (die eckige Klammer dementsprechend ersetzen) schreiben.
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