PC-Review: Die Sims 3 plus Gewinnspiel
Will Wright gehört ohne Zweifel zu den ganz großen Spieleentwicklern – nicht umsonst gibt es die Entwicklerfirma Maxis schon seit den späten 80er Jahren. Erfolgreichste Titel dieser Firma waren und sind Sim City und Die Sims. Seit dem 04. Juni diesen Jahres geht die Sims-Serie nun in die dritte Runde. Wie schon bei Die Sims 2, setzte man auch beim dritten Teil darauf, nicht alles aus den ganzen Erweiterungen zu übernehmen, die mit der Zeit für den Vorgänger erschienen sind. Nichtsdestotrotz sind doch einige Aspekte der Erweiterungen aus Sims 2 mit in den dritten Teil eingeflossen. Zudem erhielt Die Sims 3 auch einige neue Features, wie eine Open World, die Ladezeiten zwischen den Grundstückswechsel den Gar aus macht und die Sims bekamen Charaktermerkmale, die das Wesen und die Wünsche der Sims beeinflussen. Ob sich die Neuanschaffung des Titels lohnt und ob hier sinnvoll Weiterentwickelt wurde, könnt Ihr dem folgenden Testbericht entnehmen. Erfreulicherweise ist es uns, dank der Unterstützung durch Electronic Arts, sogar möglich einem Leser eine eigene Version von Die Sims 3 zu spendieren. Wie Ihr an das Spiel kommt, erfahrt Ihr in der Rubrik “Gewinnspiel” am Ende des Tests.
Erstell Dir einen Nerd
Am grundsätzlichen Spielprinzip hat sich nichts geändert. Man beginnt damit, sich eine Familie zu erstellen, wobei man man jeden einzelnen Sim nach seinen Wünschen gestalten kann. Die grafische Aufwertung der Sims lässt diese wieder einmal etwas realistischer erscheinen, wobei der comichafte Look der Sims ungebrochen ist. Im Bereich der Simgestaltung wurde viel von den Erweiterungen, die für Die Sims 2 erschienen sind, übernommen. So kann man die Kleidung der Sims vom Schlafanzug über Arbeitskleidung bis zur Badehose bestimmen und auswählen. Die Vermutung liegt nahe, dass sich die Masse, die sich im Grundspiel noch in Grenzen hält, aber bereits die Fülle der Kleidungsstücke aus vorhergehenden Grundspielen überschreitet, mit späteren Erweiterungen oder individuell aus dem SimStore erweitern lässt. Ist man mit dem Outfit des Sims zufrieden, geht es an die Körperform. Auch hier sind einige Möglichkeiten hinzugekommen. So ist es beispielsweise endlich möglich, auch die Statur des Sims etwas stärker anzupassen: auch Spieler, die einen übergewichtigen Computernerd spielen wollen, können sich bei Körpergroße und -statur auslassen und den Sim so anpassen, wie man es gerne hätte. Wer dazu keine Lust hat, greift hier einfach zu einem der vielen voreingestellten Sims und kann fortfahren. Ist man mit dem Sim zufrieden, geht es wieder an eine Neuerung aus Die Sims 3, denn nun legt man die Charaktermerkmale (sogenannte Traits) für den Sim fest. Je nach Lebensalter stehen dem Sim zwei bis fünf Wesenszüge zur Verfügung, die nicht nur das Verhalten, sondern auch die Wünsche und Bedürfnisse des Sims beeinflussen. Ein Sim, der technikbegeistert ist, wird eher den Wunsch nach einem neuen Fernseher oder Computer haben, während ein Sim, der emotional ist, vermutlich eher ein Techtelmechtel bevorzugt. Insgesamt sollte der Spieler hier bereits im Hinterkopf haben, wo er seinen Sims im Spielverlauf sieht, denn die Erfüllung beziehungsweise Nichterfüllung der Wünsche, wird die Stimmung des Sims beeinflussen und so kann es passieren, dass man eben nicht befördert wird, obwohl man alle anderen Vorraussetzungen erfüllt.
Ist man mit dem Erstellen des Sims fertig, kann man auf die gleiche Weise noch weitere Familienmitglieder hinzufügen oder den Single in ein Haus Einziehen lassen. Hierzu kann man entweder ein vorgefertigtes Haus oder ein nacktes Grundstück auswählen. Kauft man ein leeres Grundstück, kann man dieses im Baumodus mit einem Haus verzieren. Dieses lässt sich entweder von Grund auf so gestalten, wie man das gerne hätte oder der Spieler greift auf ein vorgefertigtes Haus zurück. Die Sims 3 enthält neben den aus Die Sims 2 bekannten “Rohbauten” auch bereits möblierte Häuser, die schon von vornherein mit den zum Sim-Leben nötigen Einrichtungsgegenständen ausgestattet sind. Natürlich hat man auch bei Die Sims 3 darauf geachtet, dass der Spieler mehr Gestaltungsmöglichkeiten hat, als noch bei den Vorgängern, aber dennoch hat man nicht die Auswahl, die einem Die Sims 2 mit den ganzen Erweiterungen geboten hat. Ein paar Dinge werden Sims-Erfahrene Spieler auch vermissen, so hat man beispielsweise auf die Integration des Whirpools verzichtet, der aber bestimmt über ein Addon oder den Simstore wieder ins Spiel zurückkehren wird.
Simoleons regieren die Welt oder besorg Dir einen Job!
Um das Anfangs sehr spärlich ausgestattete Haus aber mit jeglichem Kleinod zu versehen, das ein Sim für sein Leben benötigt, fehlt am Anfang das nötige Kleingeld. Die Lösung ist so einfach wie in jedem Sim-Teil üblich: Man muss seinem Sim zu einer Arbeit verhelfen. Als eine der Neuerungen in Die Sims 3 kann man nun auch seinen Lebensunterhalt als Maler oder Schriftsteller verdienen und muss nicht mehr an den typischen ich verlasse das Haus für ein paar Stunden Jobs haften. Wer einen sehr kreativen Sim sein Eigen nennt, kann diesem zu einer Künstlerkarriere verhelfen und quasi von zu Hause aus arbeiten. Da die Welt der Sims dem Trend der Zeit folgt und komplett und ohne Ladezeit begehbar ist, kann man seinen Sim nun auch bei dem Weg zur Arbeit begleiten und sogar die Einstellung des Sims zur Arbeit beeinflussen. Möchte man, dass der Sim heute dem Chef in den Hintern kriecht, um schneller befördert zu werden oder dass er ein wenig mit den superschlauen Wissenschaftlern rumhängt, um dessen Wissen zu erweitern, kein Problem. Ein Klick genügt und der Sim tut, was ihm aufgetragen wird. Zunächst muss man allerdings die Hürde des Alltags nehmen und dem Sim zu einem Job verhelfen. Nachdem man also seinen Sim aus dem Bett gequält hat, schickt man Ihn los, die Zeitung zu holen. Natürlich muss man auch bei Die Sims 3 darauf achten, dass der Sim sein Bett macht, auf’s Klo geht und duscht. Hat man die Zeitung aufgeschlagen, findet man relativ schnell die ersten Jobangebote. Auch hier muss man wieder ein wenig auf die Charaktereigenschaften des Sims achten, bevor man einen technikbegeisterten Sim als Nachtwächter arbeiten lässt. Beachtet man das nicht, könnte der Sim unglücklich werden, aber anders als bei anderen Sim-Titeln, kann man bei Die Sims 3 auch den Job wechseln, wenn dieser unserem Sim nicht passt. Achtet man darauf, dass der Sim glücklich ist und die Anforderungen an die nächsthöhere Stelle erfüllt – dies kann durch das Erarbeiten von Fähigkeiten oder über eine bestimmte Anzahl von Freundschaften gewährleistet werden – bekommt man die Belohnung in Form einer Beförderung und damit mehr Geld, das der Sim für sein Leben ausgeben kann.
FreeRoam – Ich erkunde die Stadt
Eine der großen Neuerungen von Die Sims 3 im Gegensatz zu den ganzen Vorgängern ist es, dass man mit seinem Sim ohne Nachladen durch die kleine Stadt streifen kann. So kann man seinem Sim mit zum Arbeitsplatz folgen oder auf dem Weg zum Einkaufen mal statt mit dem Taxi zu fahren einfach zu Fuss durch den Park schlendern und unterwegs ein paar Bekanntschaften machen. Wer zum einkaufen joggt, wird dabei sogar die Athletikfähigkeit des Sims verbessern, Wer sich für zu Hause in Sims-Manier ein Bücherregal kauft, wird schnell feststellen, dass es Anfangs keine Bücher enthält, aber ein Besuch im Bücherladen wird diesem Missstand abhelfen und das Regal mit Romanen oder Lehrbüchern zum Verbessern der Fähigkeiten füllen. Durch die Vielzahl der Möglichkeiten in Sims 3 scheint der Tag viel zu kurz, um alles zu erledigen, was man zu tun hat – tatsächlich ist der Zeitablauf aber langsamer, als noch bei den Vorgängern. Dennoch muss man sich morgens beeilen, denn wer nach dem Aufstehen das Bett machen, die Morgentoilette erledigen und Frühstücken möchte, wird schnell feststellen, dass das Auto vor der Tür nur eine Stunde wartet, bevor es ohne einen fährt. Wer beim Muffins machen sich nach dem “in den Ofen schieben” entscheidet, doch besser zur Arbeit zu fahren, wird in der Zwischenzeit die Feuerwehr im Haus haben, da die Muffins einen Küchenbrand verursacht haben. Alles, was der Sim in Die Sims 3 tut oder lässt, hat unmittelbare Auswirkungen auf die Umwelt und die Sims, die in dieser Umwelt wohnen. Am schnellsten merkt man das, wenn man sich mit einem fremden Sim unterhält und versucht Freundschaften zu schließen. Hier greift wieder das Trait-System, das bestimmt, ob die Sims mit einander auskommen oder ob die Interessen einfach zu verschieden sind. In einer kleinen Systemmeldung wird beim ersten Gespräch mitgeteilt, was das Gegenüber vom eigenen Sim denkt. Wenn dieser daran denkt, dass der Gesprächspartner negativ auffällt, weil er beispielsweise albern ist, wird es schwierig sich diesen Sim zum Freund zu machen und man muss ihn länger bearbeiten. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch die Möglichkeit, dass die Sims gleiche Interessen haben und sich sofort verstehen. So ist es dann wesentlich einfacher, den Sim als Freund zu gewinnen.
Neben dem Trait-System und der frei begehbaren Stadt, haben die Sims seit dem dritten Teil auch ein Inventar spendiert bekommen. Neben dem obligatorischen Handy kann man hier jeden Gegenstand verstauen, den der Sim in die Hand nehmen kann. Wer mag, kann eine kleine Bibliothek oder die gesammelten Zeitungen der letzten Woche mit sich herumschleppen. Natürlich hat dies auch Auswirkungen auf die Spielweise, denn Bücher aus dem Bücherregal müssen wieder zurückgelegt und Einkäufe im Kühlschrank verstaut werden, bevor man wieder Platz für etwas Anderes im Inventar hat. Eine weitere Verbesserung stellt die grafische Präsentation von die Sims dar. Die Sims selbst haben sich der Zeit angepasst und können problemlos mit den Avataren aus modernen virtuellen Welten, wie Playstation Home mithalten. Die Umgebung hat an Detailschärfe zugenommen und man glaubt bei näherem Ranzoomen wirklich, die Buchrücken im Bücherregal entziffern zu können. Die Umgebungen sind vielfältig gestaltet und brauchen sich nicht hinter den Stellen aus den Erweiterungen von Sims 2 verstecken. Musik und Soundtechnisch hat sich bei Die Sims 3 nicht viel getan. Die Musik ist immer noch passend, wenn auch für den einen oder anderen Zuhörer schnell nervig und die Sims babbeln weiterhin simelonisch, wenn sie sich unterhalten.
Eigene Meinung:
Die Sims haben sich mit dem dritten Teil der Reihe weiterentwickelt und das nicht nur auf grafischer Ebene. Wer allerdings eine Zusammenstellung aus dem Besten der letzten Jahre erwartet, wird enttäuscht werden, da es sich bei Die Sims 3 wirklich nur um das Grundspiel handelt, das in der nächsten Zeit mit den üblichen Erweiterungen, wie Haustiere oder Campusjahre, erweitert wird. Erfreulicherweise hat EA auch hier den elektronischen Distributionsweg nicht vergessen und Die Sims 3 einen InGame-Store verpasst, in dem man gegen bares Geld (oder Kreditkarte), Möbel, Kleidung und sonstige Dinge für den Sim kaufen kann. Es ist also höchst wahrscheinlich, das die Erweiterungen auch auf diesem Wege erscheinen werden und vermutlich sogar ein wenig günstiger, als die CD-Version aus dem Kaufhaus. Die Sims 3 ist ein würdiger Nachfolger, der mindestens genauso abwechselungsreich ist, wie ein Sims 2 mit vielen Erweiterungen und spielt sich wie ein Best-of aus vorhergegangenen Titeln, die um sinnvolle Dinge, wie dem Traitsystem oder dem Inventar erweitert worden ist. Wer Sims mag, wird Sims 3 vermutlich auch lieben oder gar vergöttern. Wer auf Haustiere oder anderen Schnickschnack nicht verzichten kann, sollte mit der Anschaffung von Sims 3 noch bis zu den ersten Erweiterungen warten.
Gewinnspiel:
Zu gewinnen gibt es diesmal ein Exemplare des Spiels Die Sims 3 für den PC. Die Gewinnfrage sollte jeder beantworten können, der sich den Testbericht gut durchgelesen hat:
“Was ist der gravierendste Unterschied zwischen Die Sims 3 und seinen Vorgängern?”
Die hoffentlich richtige Antwort sendet Ihr dann via E-Mail an die Adresse gewinnspiel@spielerwitwen.de.
Bitte nicht mehr teilnehmen! Das Gewinnspiel ist bereits abgelaufen. Vielen Dank an alle Teilnehmer – Die Gewinnerin ist benachrichtigt.
Gewinnspielhinweise:
Einsendeschluss ist Samstag, der 01.08.2009. Die Gewinner werden unmittelbar nach der Ziehung benachrichtigt. Sollten sich die Besitzer der Adresse nicht binnen sieben Tagen zurückmelden, werden wir einen Ersatzgewinner ziehen. Wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen.
Datenschutzhinweis:
Die E-Mail-Adressen werden nur im Rahmen von spielerwitwen.de und insbesondere für das entsprechende Gewinnspiel verwendet. Sie werden nicht an Dritte weiter gegeben und spätestens nach einem Jahr gelöscht. Wenn ihr eine sofortige Löschung der Email möchtet (hoffentlich doch erst nach der Ziehung), einfach eine kurze Email an gewinnspiel@spielerwitwen.de mit dem Betreff “Email löschen – [Email-Adresse]” (die eckige Klammer dementsprechend ersetzen) schreiben.
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Juli 28th, 2009 um 17:53
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Lösungen bitte per E-Mail an “gewinnspiel at spielerwitwen.de”